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Bahnstrecke BerlinâDresden
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top
| Berlin Dresdener BfâDresden-Friedrichstadt | Berlin Dresdener BfâDresden-Friedrichstadt |
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| Streckennummer (DB) : | 6035 (S-Bahn Bln.-YorckstraĂeâBlankenfelde) 6135 (Bln. SĂŒdkreuzâElsterwerda) 6248 (ElsterwerdaâDre.-Friedrichst.) |
| Kursbuchstrecke (DB) : | 200.2 (YorckstraĂeâBlankenfelde) 203 0 (Glasower DammâElsterwerda) 225 0 (ElsterwerdaâDresden Hbf) 240 0 (Gesamtverkehr) |
| Kursbuchstrecke : | 136a (Gesamt) 99d (S-Bahn/Dampf S-Bahn Potsdamer Ringbf â WĂŒnsdorf) jeweils 1934 163 (Berlin Anh Bf â Radebeul Abzw Az) 105b (Rangsdorf â WĂŒnsdorf) 159h (Weinböhla â Dresden Hbf) 105a (S-Bahn Potsdamer Platz â Rangsdorf) jeweils 1946 300 (Gesamt) jeweils 1968 |
| StreckenlÀnge: | 174,2 km |
| Spurweite : | 1435 mm ( Normalspur ) |
| Streckenklasse : | D4 |
| Stromsystem : | 15 kV, 16,7 Hz ~ |
| Streckengeschwindigkeit: | 160 / 200 km/h |
| Zugbeeinflussung : | PZB , ETCS L2 |
| Zweigleisigkeit : | Berlin SĂŒdkreuz â Dresden-Friedrichstadt SĂŒdkreuzâLichtenrade (S-Bahn) |
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Die Bahnstrecke BerlinâDresden ist eine zweigleisige, elektrifizierte Hauptbahn in Berlin, Brandenburg und Sachsen. Das nördliche TeilstĂŒck in und um Berlin wird auch Dresdener Bahn oder Dresdner Bahncite-ref-5[5] genannt.
Sie verlĂ€uft vom Berliner Stadtzentrum in sĂŒdlicher Richtung durch den Teltow, die Niederlausitz und den FlĂ€ming nach Elsterwerda. SpĂ€ter wird die GroĂenhainer Pflege durchquert und der nordwestliche Rand des Elbtalkessels erreicht. Von dort fĂ€llt die Strecke nach Weinböhla ab, verlĂ€uft auf der Coswiger Heidesand-Terrasse Richtung Niederwartha, wo nach der ElbÂĂŒberquerung Dresden auf dem linken Elbufer in Friedrichstadt erreicht wird. Die Strecke hat nur wenige Bögen oder Steigungen.
Sie ist Teil der TranseuropÀischen Verkehrsnetze.cite-ref-6[6]
Contents
âą Geschichte
âą Ausbau
âą Verlauf
âą Betriebsstellen
âą Zugbetrieb
âą Fahrzeugeinsatz
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Geschichte
Anfangszeit bis 1945
Siehe auch
:
Berlin-Dresdener Eisenbahn-Gesellschaft
Bereits 1848 entstand die erste Bahnverbindung zwischen Berlin und Dresden, als die Berlin-Anhaltische Eisenbahn-Gesellschaft mit der Bahnstrecke JĂŒterbogâRöderau eine Verbindung zur Bahnstrecke LeipzigâDresden herstellte.
Als Konkurrenz hierzu baute die 1872 gegrĂŒndete Berlin-Dresdener Eisenbahn-Gesellschaft eine zwölf Kilometer kĂŒrzere Verbindung ĂŒber Elsterwerda. Diese Strecke wurde am 17. Juni 1875 eröffnet. Beide Strecken teilten sich fortan bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges den Fernverkehr zwischen Berlin und Dresden.
Am 1. Oktober 1877 ging die BetriebsfĂŒhrung auf der Strecke an die PreuĂischen Staatseisenbahnen ĂŒber. Am 24. Januar 1887 wurde ein Staatsvertrag zwischen Sachsen und PreuĂen geschlossen, in dessen Folge die Strecke zum 1. April 1887 in das Eigentum PreuĂens ĂŒberging, worauf sich die Eisenbahngesellschaft auflöste. Mit diesem Vertrag wurde zugleich festgelegt, dass der Streckenabschnitt DresdenâElsterwerda zum 1. April 1888 an den sĂ€chsischen Staat weiterverkauft wird.
An beiden Endpunkten waren zur Streckeneröffnung neue Bahnhöfe entstanden, der Dresdener Bahnhof in Berlin und der Berliner Bahnhof in Dresden. Beide Bahnhöfe wurden jedoch nur kurze Zeit genutzt. 1882 wurde der Dresdener Bahnhof in Berlin, der sich auf dem GelĂ€nde des heutigen U-Bahnhofs Gleisdreieck und des Postbahnhofs an der Luckenwalder StraĂe befand, fĂŒr den Personenverkehr geschlossen. Als Berliner Ausgangspunkt diente ab diesem Zeitpunkt der etwas nördlicher gelegene Anhalter Bahnhof. Wenig spĂ€ter wurde auch der Berliner Bahnhof in Dresden im Zuge der Neugestaltung des Eisenbahnknotens Dresden aufgegeben. An seiner Stelle wurde der Bahnhof Dresden-Friedrichstadt errichtet, der seit 1894 dem GĂŒter- und Regionalverkehr dient. Der Fernverkehr wurde seitdem ab Radebeul-Zitzschewig ĂŒber die Bahnstrecke LeipzigâDresden und Dresden-Neustadt nach Dresden Hauptbahnhof gefĂŒhrt. Dagegen nutzte der GĂŒterverkehr aus und nach Leipzig fortan die Berlin-Dresdner Bahn von Radebeul-Naundorf zum Bahnhof Friedrichstadt.
Die preuĂische und die sĂ€chsische Eisenbahnverwaltung kooperierten beim Lokomotiveinsatz zunĂ€chst nicht. Zwar gab es bereits frĂŒh einen Wagendurchlauf zwischen Berlin und Dresden, die Zuglokomotiven wurden jedoch in Elsterwerda gewechselt. Dies war wirtschaftlich ungĂŒnstig und stand einer VerkĂŒrzung der Fahrzeit entgegen. Erst am 1. Mai 1905 fĂŒhrten die Bahnverwaltungen den Lokdurchlauf sowohl mit preuĂischen als auch mit sĂ€chsischen Lokomotiven ein.cite-ref-dresdens-eisenbahn-seite-169-7-0[7]
Bis 1920 lief von Berlin bis Zossen das Streckengleis der PreuĂischen MilitĂ€reisenbahn parallel zur Dresdener Bahn. Zwischen 1901 und 1903 wurde dieses Gleis zwischen Marienfelde und Zossen verstĂ€rkt, damit die Studiengesellschaft fĂŒr Elektrische Schnellbahnen Versuche mit Drehstrom-Schnellbahnwagen und -Lokomotiven durchfĂŒhren konnte. Am 28. Oktober 1903 konnte dort die Rekordgeschwindigkeit von 210 km/h erreicht werden. 1904 folgten Schnellfahrversuche mit Dampflokomotiven auf dem ertĂŒchtigten MilitĂ€rbahngleis. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die MilitĂ€rbahn als Truppenteil aufgelöst und der Betrieb auf dem Streckengleis der MilitĂ€rbahn zwischen Berlin und Zossen eingestellt. In den 1920er Jahren wurde das Streckengleis in diesem Abschnitt abgebaut, die Bahnhofsanlagen der MilitĂ€rbahn wurden von der Reichsbahn weiter genutzt.
Mit dem Bau des 1906 eröffneten Teltowkanals wurden sĂŒdlich des S-Bahnhofs Mariendorf (heute AttilastraĂe) drei neue BrĂŒcken der Dresdener Bahn und der MilitĂ€rbahn notwendig.
Am sĂŒdlichen Ende des Rangierbahnhofs Tempelhof (in Höhe des Vorortverkehrsbahnhofs Priesterweg) wurden die Ferngleise und die Vorortgleise der Dresdener Bahn aus den Gleisen der Anhalter Bahn ausgefĂ€delt. FĂŒr den Vorortverkehr gab es bis zum Bahnhof Mariendorf (spĂ€ter AttilastraĂe) ein eigenes Gleispaar, sĂŒdlich dieses Bahnhofs wurden Fernverkehr und Vorortverkehr auf einer zweigleisigen Gemeinschaftsverkehrsstrecke gefĂŒhrt.
1936 wurde zwischen Berlin und Dresden eine Schnellverkehrsverbindung mit dem Henschel-Wegmann-Zug eingerichtet, der die Strecke in 100 Minuten bewÀltigte.
Der Berliner Vorortverkehr auf der Dresdener Bahn wurde erst 1939/1940 auf elektrischen Betrieb umgestellt. Am 15. Mai 1939 wurde der mit Stromschiene elektrifizierte Streckenabschnitt zwischen Priesterweg und Mahlow eröffnet, damit konnte der Dampfbetrieb vom Potsdamer Vorortbahnhof bis Mahlow durch die Triebwagen der Berliner S-Bahn abgelöst werden. Am 6. Oktober 1940 wurde der S-Bahn-Verkehr bis Rangsdorf ausgedehnt. Die S-Bahn nutzte sĂŒdlich des Bahnhofs Mariendorf weiterhin die Gemeinschaftsverkehrsstrecke mit dem Fernreise- und dem GĂŒterverkehr. Ende der 1930er Jahre begannen Arbeiten zum Neubau bzw. zur Hochlegung der Ferngleise, sie kamen durch den Beginn des Zweiten Weltkrieges nicht mehr zum Abschluss. Im April 1945 wurde der S-Bahn-Verkehr infolge der Kriegshandlungen eingestellt.cite-ref-8[8]
Wiederinbetriebnahme ab 1945
Nach Kriegsende 1945 wies die Bahnstrecke schwere SchÀden auf. Das zweite Gleis der Strecke wurde als Reparationsleistung abgebaut.
Die BrĂŒcken ĂŒber den Teltowkanal in Berlin waren durch Sprengung in den letzten Kriegstagen zerstört worden. Von diesen BrĂŒcken wurden nur zwei Ăberbauten wieder instand gesetzt. Abschnittsweise wurde der Verkehr zwischen August und Oktober 1945 wieder aufgenommen. Zwischen den S-Bahnhöfen Mariendorf und Marienfelde wurden der S-Bahn-Verkehr sowie der verbliebene Personen- und GĂŒterverkehr fortan auf einem zweigleisigen Gemeinschaftsverkehrsabschnitt gebĂŒndelt. Zwischen Rangsdorf und WĂŒnsdorf verkehrten dampfbetriebene VorortzĂŒge als Anschluss zur S-Bahn.
Die Teilung Deutschlands und Berlins hatte auch Auswirkungen auf den Verkehr auf der Bahnstrecke BerlinâDresden. Im Jahr 1951 wurde die Strecke ĂŒber eine Verbindungskurve in östlicher Richtung mit dem neu errichteten Berliner AuĂenring verknĂŒpft. Die FernzĂŒge aus Dresden wurden darĂŒber um West-Berlin herum geleitet. Die Kopfbahnhöfe auf West-Berliner Gebiet wurden geschlossen, so auch am 18. Mai 1952 der Anhalter Bahnhof. Seitdem verkehrten auch die RegionalzĂŒge ĂŒber den Berliner AuĂenring zu Bahnhöfen Schöneweide, Lichtenberg oder Ostbahnhof in Ost-Berlin. Nur die S-Bahn fuhr ab Rangsdorf noch ĂŒber die Grenze. 1952 wurde das zweite Gleis zwischen dem Berliner AuĂenring und Rangsdorf wieder in Betrieb genommen. Dies wurde nur fĂŒr die S-Bahn genutzt und entlastete die eingleisige Strecke.cite-ref-10[9.1]
Auf West-Berliner Gebiet verblieb noch GĂŒterverkehr aus Richtung Norden zum Bahnhof Marienfelde (so fĂŒr das Gasag-Gaswerk Mariendorf, das Tanklager Lankwitz und das Werk Marienfelde von Daimler-Benz).
Mit dem Mauerbau am 13. August 1961 wurde der S-Bahn-Betrieb zwischen Lichtenrade und Mahlow eingestellt. SpĂ€ter wurde der Bahnkörper zwischen der Stadtgrenze von Berlin und der Ortslage Mahlow komplett abgetragencite-ref-11[9.2] und die FlĂ€che zum Teil landwirtschaftlich genutzt. Zwischen Mahlow und Rangsdorf gab es zunĂ€chst einen S-Bahn-Inselverkehr, der wegen fehlender Reparatur- und Unterstellmöglichkeiten zum 9. Oktober 1961 eingestellt wurde. VorortzĂŒge aus WĂŒnsdorf verkehrten zum Bahnhof Berlin-Schönefeld Flughafen. Dort bestand ab 1962 S-Bahn-Anschluss nach Berlin. Ab dem 26. Mai 1963 wurde der zwischen AuĂenring und Grenze gelegene Bahnhof Mahlow durch einen Pendelzug mit Blankenfelde verbunden. Die Zugbildung aus einem Steuerwagen der Baureihe 195 und einer blauen Rangierlokomotive der Reihe V 15 gab der Verbindung den Spitznamen Blauer Bock, der auch beibehalten wurde, nachdem ab 1980 Schienenbusse fuhren.cite-ref-12[10]
Ab den 1970er Jahren wurden verschiedene Umbauten auf Berliner Gebiet vorgenommen, um den GĂŒterverkehr nach Marienfelde zu verbessern. So entstanden neue BrĂŒcken am Kamenzer Damm (1976) und an der GroĂbeerenstraĂe (1979), auĂerdem wurde von Siemens ein neues Stellwerk im Bahnhof Marienfelde gebaut, das 1982 in Betrieb ging. Zwischen 1988 und 1990 wurde die BrĂŒcke ĂŒber den Teltowkanal erneuert, ab 1988 begann die Wiederherstellung des zweiten S-Bahn-Gleises von Marienfelde bis Lichtenrade und der Neubau des Haltepunkts Schichauweg.cite-ref-13[9.3]
Internationaler Verkehr seit den 1960er Jahren
Die geringe DurchlĂ€ssigkeit der eingleisigen Strecke und der schlechte Zustand des Oberbaus fĂŒhrten lange Zeit zu Betriebsproblemen. Die hohe Belegung der Strecke durch den GĂŒterverkehr lieĂ nur eine geringe Dichte und Geschwindigkeit der Schnellzugverbindungen zu. Eine Verbesserung trat erst 1972 ein, als die Strecke wieder durchgĂ€ngig ihr zweites Gleis erhalten hatte.cite-ref-dresdens-eisenbahn-seite-172f-14-0[11] Als einzige Strecke im Netz der Deutschen Reichsbahn war sie fĂŒr eine Streckengeschwindigkeit von 160 km/h ausgebaut worden. Die Bahnhöfe von Baruth bis Brenitz-Sonnewalde wurden als Ăberholbahnhöfe umgebaut (Verlegung der Bahnsteige an die Ăberholungsgleise, doppelte Gleisverbindung an jedem Bahnhofskopf). Aus verschiedenen GrĂŒnden wurde weiterhin nur 120 km/h gefahren.
Der Abschnitt von Dresden-Friedrichstadt nach Radebeul-Naundorf wurde zum 28. September 1969 elektrifiziert. Die anschlieĂende Strecke bis zum Berliner AuĂenring einschlieĂlich der beiden Verbindungen auf den Ring folgte in mehreren Abschnitten von 1979 bis 1983.
Die Strecke hatte einen dichten Schnellzugverkehr in Richtung Tschechoslowakei, Ungarn, RumĂ€nien, Bulgarien und Ăsterreich sowie im Binnenverkehr der DDR. Zu den StarzĂŒgen gehörte ab 1957 der Schnellzug Vindobona von Berlin nach Wien sowie seit 1960 der Hungaria-Express zwischen Berlin und Budapest. Weitere wichtige FernzĂŒge waren der Balt-Orient-Express nach Bukarest, der Pannonia-Express nach Sofia und der Meridian nach Belgrad, der zeitweise bis nach Bar an der Adria fuhr. Ab 1976 verbanden die StĂ€dteexpress-ZĂŒge âElbflorenzâ Berlin mit Dresden und âFichtelbergâ Berlin mit Karl-Marx-Stadt (heute: Chemnitz) auf dieser Strecke. Sie verkehrten morgens nach Berlin und nachmittags in der Gegenrichtung. SpĂ€ter kam das Zugpaar âBerlin-Expressâ hinzu, das morgens nach Dresden und nachmittags nach Berlin fuhr.
Im Nahverkehr verkehrten etwa stĂŒndlich ZĂŒge zwischen dem Bahnhof Schönefeld (bei Berlin) und WĂŒnsdorf, einige auch weiter bis Baruth. Auf den anderen Abschnitten war die Bedeutung im Nahverkehr gering. Zwischen Baruth und Elsterwerda fuhren viele Jahre nur vier PersonenzĂŒge am Tag. SĂŒdlich von Elsterwerda im Einzugsgebiet von Dresden war das Angebot etwas besser.
Im GĂŒterverkehr wurde die Strecke ebenfalls stark genutzt. Im Nord-SĂŒd-Verkehr war der Rangierbahnhof Dresden-Friedrichstadt ein bedeutendes Drehkreuz. Es gab einen umfangreichen Verkehr zwischen Skandinavien sowie den OstseehĂ€fen und den BinnenlĂ€ndern Richtung SĂŒdeuropa. ZusĂ€tzlich wurden zwischen Elsterwerda und Dresden schwere GanzzĂŒge mit Rohbraunkohle in Doppeltraktion befördert. In den 1980er Jahren wurden so bis zu 140 Zugfahrten im Bereich Weinböhla erreicht.
Entwicklung in den 1990er Jahren
Nach dem Fall der Mauer wurde auch die LĂŒcke zwischen Lichtenrade und Mahlow fĂŒr die S-Bahn geschlossen und der Verkehr bis Blankenfelde am 31. August 1992 eingleisig wieder aufgenommen.cite-ref-15[12] Bereits seit dem 28. Juli 1990 war die Strecke zwischen Marienfelde und Lichtenrade wieder zweigleisig nutzbar.cite-ref-16[9.4] Von 1993 bis 2005 fuhren auf dem S-Bahn-Gleis zum Teil mehrmals tĂ€glich GĂŒterzĂŒge mit MĂŒllcontainern von der Umladestation Berlin-GradestraĂe zur Deponie Schöneicher Plan bei Zossen.
Am 17. Mai 1991 beauftragte die Deutsche Reichsbahn die Reichsbahndirektionen Berlin und Dresden, die Strecke kurzfristig fĂŒr eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h zu ertĂŒchtigen. Am 15. Juli 1991 beschloss der Vorstand der Deutschen Reichsbahn die entsprechenden MaĂnahmen. FĂŒr die Realisierung stand weniger als ein Jahr zur VerfĂŒgung. Die geplanten Kosten lagen bei 145 Millionen D-Mark. Teilweise sollten auch Vorbereitungen fĂŒr eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h getroffen werden.cite-ref-db-1992-529-17-0[13] Im November 1991 wurde der zu Siemens gehörenden WSSB Verkehrstechnik GmbH der Auftrag fĂŒr die UmrĂŒstung der Leit- und Sicherungstechnik erteilt. Von Januar bis Mai 1992 wurden umfangreiche NachrĂŒstungs- und Erneuerungsarbeiten an der Strecke durchgefĂŒhrt. Dabei wurden auch eine punktförmige Zugbeeinflussung installiert, Einschaltstrecken verĂ€ndert und die Oberleitungsanlage geringfĂŒgig angepasst. Der Oberbau wurde dabei nicht verĂ€ndert. Die Höchstgeschwindigkeit wurde zum Fahrplanwechsel im Mai 1992 abschnittsweise auf 160 km/h angehoben.cite-ref-sd-84-283-18-0[14] Damit einhergehend wurden Weichen mit gröĂeren Radien eingebaut, SignalabstĂ€nde vergröĂert und 100 neue Weichenantriebe eingebaut. Der Streckenblock wurde durchgehend automatisiert. Damit verringerten sich die Reisezeiten im Fernverkehr um 35 Minuten, auf unter zwei Stunden.cite-ref-sd-84-283-18-1[14] Erstmals seit mehreren Jahrzehnten wurde auf der Strecke damit mehr als 120 km/h gefahren. Die planmĂ€Ăige Fahrzeit im Fernverkehr zwischen Berlin Ostbahnhof und Dresden Hauptbahnhof lag dabei bei einer Stunde und 59 Minuten.cite-ref-db-1992-529-17-1[13] Wie der historische Henschel-Wegmann-Zug fuhr man dabei ĂŒber Radebeul und Dresden-Neustadt auf der Leipzig-Dresdener Strecke nach Dresden Hbf. Die Deutsche Reichsbahn hatte fĂŒr den Schnellverkehr Lokomotiven der Baureihe 112 beschafft.
Im Jahr 1992 wurde der Zwei-Stunden-Takt der IC-Linie 7 (DresdenâPrag) mit einer Durchbindung nach Hamburg eingefĂŒhrt.cite-ref-deutschebahn-1993-32-19-0[15] Ab dem 25. September 1994 verkehrte dabei tĂ€glich ein ICE-Zugpaar ĂŒber die Strecke. Der ICE verkehrte abends vom Bahnhof Berlin Zoologischer Garten zum Hauptbahnhof Dresden und morgens in umgekehrter Richtung.cite-ref-sz-1994-222-6-20-0[16] Ab 1998 verkehrte der ICE ĂŒber Berlin Ostbahnhof, bevor die ICE-Verbindung am 27. Mai 2000 eingestellt wurde.
Die verkehrenden SchnellzĂŒge auf der Strecke wurden 1992 noch von der Deutschen Reichsbahn in Interregios von Rostock nach Chemnitz auf dem Abschnitt Berlin bis Elsterwerda umgewandelt. Alle durchgehenden Bahnverbindungen mit Unterwegshalten nach Dresden wurden gestrichen und durch Regionalbahnen mit Umstiegsmöglichkeit in Elsterwerda ersetzt. Die Verbindungen ohne Zwischenhalte auf der Strecke, beispielsweise die des Vindobona, wurden zu InterCitys von Hamburg nach Dresden und EuroCitys von Hamburg, Berlin bis Budapest, Prag, Wien umgestuft und mit Wagen der ÄD, DB, MĂV und ĂBB eingesetzt.
Am 20. November 1997 kam es im Bahnhof Elsterwerda zum Eisenbahnunfall von Elsterwerda. Infolge Bremsversagen entgleiste ein mit Kraftstoff beladener Kesselwagenganzzug aufgrund zu hoher Geschwindigkeit. Zwei Wagen explodierten und fĂŒnfzehn weitere brannten aus. Zwei Menschen starben, acht wurden verletzt.
Situation von 2000 bis 2020
Mit Beginn des neuen Jahrtausends hatte sich der Zustand der Strecke durch zu geringe InstandhaltungsmaĂnahmen in den 1990er Jahren zusehends verschlechtert. Der Regionalverkehr wurde 2002 zwischen GroĂenhain (Berliner Bahnhof) und Radebeul-Naundorf auf die Bahnstrecken GroĂenhainâPriestewitz und LeipzigâDresden verlegt. Ab Coswig erfolgte die Verlegung des Regionalverkehrs von der Leipziger Strecke ĂŒber Dresden-Neustadt auf die lĂ€ngere ursprĂŒngliche Berliner Strecke ĂŒber Cossebaude. Dies war Teil der âEntmischungâ, weil auf dem Abschnitt GroĂenhainâDresden bzw. MedessenâDresden RegionalzĂŒge ĂŒber die Bahnstrecken GroĂenhainâPriestewitz und LeipzigâDresden (östliche Strecke), SchnellzĂŒge ĂŒber die Bahnstrecken MedessenâBöhla und BerlinâDresden (westliche Strecke) verkehren sollten.
Am 28. Mai 2006 wurde mit dem letzten verkehrenden Interregio Deutschlands von Berlin ĂŒber Elsterwerda und Riesa nach Chemnitz (IR-Linie 34) diese Zuggattung abgeschafft und durch Regional-Express und Regionalbahn, z. B. RE 5, seit 2006 RE 3 StralsundâElsterwerda und RB 45 ElsterwerdaâRiesaâChemnitz, ersetzt. Zuletzt verkehrten tĂ€glich noch drei Zugpaare von Berlin nach Chemnitz.cite-ref-21[17]
Im Jahr 2007 wies die Strecke eine KapazitĂ€t von 144 ZĂŒgen pro Tag und Richtung auf.cite-ref-bt-16-4893-22-0[18] Von 2006 bis Ende des Jahres 2010 fuhren alle FernverkehrszĂŒge ohne Zwischenhalt von Berlin nach Dresden. Ab 2010 wurden wieder vereinzelte EC-Halte in Elsterwerda eingefĂŒhrt, die sich aber wegen schlechter Anschlusszeiten fĂŒr Reisende zu Zwischenstationen zeitlich nicht lohnten.
Im Jahre 2012 benötigten die RegionalzĂŒge von Elsterwerda nach Dresden Hbf 61 Minuten, die Eurocity 37 Minuten, RegionalexpresszĂŒge verkehrten nicht. In Richtung Norden benötigten die RE von Elsterwerda nach Berlin Hbf 127 Minuten, die Eurocity 89 Minuten. Es gab 2012 politische Forderungen, neben dem Halt einiger ECs in Elsterwerda vor allem wegen des langsamen Streckenausbaus auch vereinzelte ZĂŒge in Doberlug-Kirchhain halten zu lassen. Einzelne REs hĂ€tten so statt ĂŒber Elsterwerda ĂŒber die Verbindungskurve Doberlug-Kirchhain Nord bis Finsterwalde fahren können.cite-ref-23[19]
Im Jahr 2013 wurde nach Angaben der Deutschen Bahn ein Marktvolumen von rund 6700 Fahrten je Tag ĂŒber alle VerkehrstrĂ€ger zwischen den BallungsrĂ€umen von Dresden und Berlin geschĂ€tzt.cite-ref-db-2013-08-26-24-0[20]
Im August 2016 wurde die Strecke zwischen WĂŒnsdorf-Waldstadt und Elsterwerda komplett gesperrt, um sie durch Beseitigungen von BahnĂŒbergĂ€ngen und Neubau der Gleisanlagen fĂŒr 200 km/h auszubauen.
Seit 2019 verkehrt neben den Eurocitys der tschechischen Bahn alle zwei Stunden ein Intercity von Rostock ĂŒber Berlin nach Dresden. Dieser bindet mit fahrplanmĂ€Ăigen Halten in Doberlug-Kirchhain und Elsterwerda wieder das Elbe-Elster-Land und Teile der Niederlausitz mit kurzen Fahrzeiten an die beiden GroĂstĂ€dte an. Die hierfĂŒr eingesetzten Doppelstock-TriebzĂŒge verkehren mit 160 km/h und halten auch am Flughafen Berlin Brandenburg. ZukĂŒnftig ist geplant, diese Verbindung mit neuer Sicherungstechnik auf 200 km/h zu beschleunigen.
Entwicklung der Reisezeit
Die Fahrtzeit des Henschel-Wegmann-Zuges 1936â1939 (im kĂŒrzesten Fall 100 Minuten) soll erst im Fahrplan 2026 unterschritten werden. Dann wird der schnellste Zug zwischen Dresden Hbf und Berlin Hbf nur 94 Minuten benötigen.
WĂ€hrend der Streckenzustand ab 1992 Fahrzeiten von unter zwei Stunden ermöglichte, dauerte spĂ€ter bis Mitte der 2010er Jahre eine Fahrt von Dresden nach Berlin wieder lĂ€nger. Es bestanden zahlreiche Langsamfahrstellen. Im Mai 2008 waren nur noch rund 45 Prozent des vom Fernverkehr genutzten Abschnitts BlankenfeldeâNeucoswig mit 160 km/h befahrbar.cite-ref-lt-4-13878-25-0[21] Etwa ein Viertel des Brandenburger TeilstĂŒcks, zwischen Blankenfelde und Elsterwerda, konnte Ende 2011 nicht einmal mit der fĂŒr den Regionalverkehr vorgesehenen Geschwindigkeit von 120 km/h befahren werden.cite-ref-vbb-2011-26-0[22]
| Jahr | BerlinâDresden Hbf (in min) | Dresden HbfâBerlin (in min) | Berliner Bahnhof |
|---|---|---|---|
| 1905 | 170 | 165 | Anhalter Bahnhof |
| 1937/1938 | 101 | 100 | Anhalter Bahnhof |
| 1939 | 116 | 109 | Anhalter Bahnhof |
| 1960 | 152 | 168 | Ostbahnhof |
| 1976 | 114 | 115 | Ostbahnhof |
| 1988 | 161 | 145 | Lichtenberg |
| 1994 | 108 | 110 | Ostbahnhof |
| 2005 | 131 | 135 | Ostbahnhof |
| 2006 | 131 | 135 | Hauptbahnhof |
| 2007 | 122 | 128 | Hauptbahnhof |
| 2008 | 125 | 129 | Hauptbahnhof |
| 2009 | 125 | 134 | Hauptbahnhof |
| 2010 | 127 | 134 | Hauptbahnhof |
| 2011 | 118 | 127 | Hauptbahnhof |
| 2012 | 124 | 127 | Hauptbahnhof |
| 2013 | 125 | 127 | Hauptbahnhof |
| 2014 | 124 | 125 | Hauptbahnhof |
| 2015 | 123 | 128 | Hauptbahnhof |
| 2016 | 118 | 124 | Hauptbahnhof |
| 2017 | 112 | 122 | Hauptbahnhof |
| 2018 | 108 | 106 | Hauptbahnhof |
| 2019 | 111 | 106 | Hauptbahnhof |
| 2020 | 110 | 116 | Hauptbahnhof |
| 2021 | 110 | 107 | Hauptbahnhof |
| 2022 | 110 | 107 | Hauptbahnhof |
| 2023 | 110 | 106 | Hauptbahnhof |
| 2024 | 110 | 105 | Hauptbahnhof |
| 2025 | 111 | 105 | Hauptbahnhof |
| 2026 | 99 | 94 | Hauptbahnhof |
| (2029) | (77) | (77) | (Planung Deutschlandtakt) [ 26 ] |
Je nach Jahresfahrplan sind bis zu 20 Minuten Fahrplanreserve eingearbeitet. Mit der Fertigstellung weiterer Ausbaustufen sollte die kĂŒrzeste Reisezeit im Dezember 2020cite-ref-31[27] auf 102 Minuten sinken. Weitere Ausbaustufen sind in Planung (siehe unten). Langfristig wird eine Fahrzeit von 90 Minutencite-ref-db-2017-10-16-32-0[28] angestrebt. Aktuell (Fahrplanjahr 2025) gibt es tagsĂŒber im annĂ€hernden Stundentakt Direktverbindungen zwischen den beiden GroĂstĂ€dten mit rund zwei Stunden Reisezeit.
FĂŒr Reisen zwischen Berlin und Prag entfĂ€llt durch den Einsatz von Mehrsystemlokomotiven seit Mitte 2018 der bis dahin in Dresden notwendige Lokomotivwechsel und die Aufenthaltszeit am Dresdner Hauptbahnhof konnte damit um zehn Minuten verkĂŒrzt werden.cite-ref-db-2017-10-16-32-1[28]
Planungen und Finanzierung nach 1990
Im Auftrag des Freistaats Sachsen entwickelte das Institut fĂŒr Eisenbahnbau der TU Dresden im zweiten Halbjahr 1990 Konzepte fĂŒr verschiedene Neubaustrecken in den neuen BundeslĂ€ndern. Zwischen Berlin und Dresden war dabei weitgehend eine Neubaustrecke vorgesehen. Diese sollte bis nördlich von GroĂenhain weitgehend der Bestandsstrecke folgen und in sĂŒdwestlicher Richtung bis westlich von Cossebaude verlaufen, um dort in eine ebenfalls vorgesehene Hochgeschwindigkeitsstrecke LeipzigâDresden einzubinden. Ab Dresden war eine WeiterfĂŒhrung Richtung Prag vorgesehen.cite-ref-ei-1992-234-33-0[29]
Die Ăberlegungen wurden 1991 weiterentwickelt. WĂ€hrend die Planung fĂŒr den Ausbau der Bestandsstrecke fĂŒr 200 km/h bereits lief, empfahl die UniversitĂ€t weiterhin eine Neubaustrecke.cite-ref-ei-1992-234-33-1[29]
Der Streckenausbau fĂŒr höhere Geschwindigkeiten (als die bereits weitgehend erreichten 160 km/h) wurde im Bundesverkehrswegeplan 1992 als neues Vorhaben mit geplanten Gesamtkosten von 395 Millionen D-Mark gefĂŒhrt (Preisstand: 1. Januar 1991).cite-ref-bvwp-1992-34-0[30]
Nachfolgend waren bis 1996 Vorplanungen fĂŒr einen Ausbau der Strecke fĂŒr 200 km/h auf 148 km LĂ€nge entwickelt worden. Uckro, Elsterwerda und Böhla sollten umfahren, der Bahnhof von Doberlug-Kirchhain umgebaut werden. Die Kosten dafĂŒr wurden auf 2,295 Milliarden Mark (Stand: 1. Januar 1993) geschĂ€tzt.cite-ref-dip-13-6929-35-0[31]
Gegen Ende dieser Planungen wurde bereits am 7. Juni 1995 eine zwischenstaatliche Vereinbarung zur Weiterentwicklung der Eisenbahnverbindung Berlin â Prag â Wien geschlossen. Diese ging bereits von einem generellen Ausbau der Strecke auf 200 km/h aus. Die Fahrzeit im Abschnitt BerlinâPrag sollte langfristig auf drei Stunden gesenkt werden, wobei auch die Fertigstellung einer Schnellfahrstrecke DresdenâPrag vorausgesetzt wĂ€re. Ein Fertigstellungstermin wurde dabei jedoch nicht vereinbart.cite-ref-bt-16-4893-22-1[18]
Am 5. Juni 1997 trafen die Verkehrsminister Deutschlands, Tschechiens und Ăsterreichs eine Regierungsvereinbarung zum Ausbau der Achse Berlin â Prag â Wien.cite-ref-db-2006-55-36-0[32]
Im Oktober 1997 wurde die Planungsgesellschaft Bahnbau Deutsche Einheit mit der Planung und Realisierung des Ausbauvorhabens beauftragt. FĂŒr 1,6 Milliarden D-Mark sollten 125 km Bahnstrecke bis zum Jahr 2008 fĂŒr eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h ertĂŒchtigt werden. Vorgesehen waren dabei der Neubau von 45 Eisenbahn- und 15 StraĂenbrĂŒcken, 99 DurchlĂ€ssen, 435 km Oberleitung und zwölf elektronischen Stellwerken. Die Reisezeit zwischen den Hauptbahnhöfencite-ref-eri-1998-507-37-0[33] von Berlin und Dresden sollte von 111 Minuten (1997) auf 59 Minuten sinken.cite-ref-pbde-1997-11-38-0[34]
Im Jahr 1998 beschloss man sofort beginnende Ausbauarbeiten, die den Charakter von Instandsetzungsarbeiten hatten und abschnittsweise ohne ReisezeitverĂ€nderung bis zum Jahr 2002 abgeschlossen werden sollten. Ein Ausbau fĂŒr 200 km/h sollte erst danach ab 2003 erfolgen.cite-ref-eri-1998-507-37-1[33]
Die EuropÀische Kommission gewÀhrte 2007 im Rahmen des TEN-Programms einen Zuschuss von zehn Millionen Euro.cite-ref-bt-16-4893-22-2[18]
Am 11. Dezember 2008 wurde eine Finanzierungsvereinbarung fĂŒr die durchgehende ErtĂŒchtigung fĂŒr 160 km/h als FortfĂŒhrung der ersten Ausbaustufe unterzeichnet. Diese sollte bis 2014 fertiggestellt werden und die Reisezeit nach Abschluss der Arbeiten auf rund 103 Minuten sinken.cite-ref-welt-2008-11-27-39-0[35]cite-ref-40[36]
Aus den Mitteln des Konjunkturpaketes I wurden ab 2009 folgende Mittel bereitgestellt:cite-ref-bmvbs-2009-07-29-41-0[37]
âą Gleiserneuerung bei Doberlug-Kirchhain: 2 Millionen Euro
âą Gleiserneuerung bei Brenitz-Sonnewalde: 10 Millionen Euro
âą Kompletterneuerung von Oberbau, teilweise Unterbau mit Neubau aller BrĂŒcken sowie Entfernung des BahnĂŒberganges zwischen Weinböhla und Radebeul West (Bestandteil des VDE 9): 34 Millionen Euro
Im Jahr 2010 wurden erneute Planungen notwendig, um die bereitstehenden Gelder abzurufen und die genehmigten Bauarbeiten auszufĂŒhren. Bei einer Nutzen-Kosten-Untersuchung im April 2010 wurde ein Nutzen-Kosten-Faktor von 2,9 fĂŒr das Ausbauprojekt ermittelt.cite-ref-bt-17-4270-42-0[38]
Das Bundesverkehrsministerium rechnete Mitte 2010 fĂŒr den Streckenausbau mit Gesamtinvestitionskosten in Höhe von 802 Millionen Euro.cite-ref-43[39] Die Kosten gliedern sich wie folgt auf die verschiedenen Realisierungs- beziehungsweise Ausbaustufen:
âą 1. Ausbaustufe, 1. Realisierungsstufe: 148 Millionen Eurocite-ref-welt-2008-11-27-39-1[35]
âą 1. Ausbaustufe, weitere Realisierungsstufe(n): 213 Millionen Eurocite-ref-bt-17-2094-44-1[40]
âą 2. Ausbaustufe: 217 Millionen Eurocite-ref-bt-17-2094-44-2[40]
FĂŒr die letzten beiden Punkte fehlte 2010 noch eine Finanzierungsvereinbarung.cite-ref-bt-17-2094-44-3[40]
Im Jahr 2014 wurde eine EU-Förderung von 30 Millionen Euro aus dem Fonds fĂŒr regionale Entwicklung (EFRE) fĂŒr die ĂŒberregionale Funktion des Projektes gewonnen.cite-ref-bmvi-2014-03-19-45-0[41]
âą Stadtgebiet Berlin bis Berliner AuĂenring,
âą Berliner AuĂenring bis Böhla,
⹠Böhla bis Dresden Stadtzentrum
untergliedert.
Die vorgesehenen Arbeiten im Berliner Stadtgebiet waren juristisch schwierig, da die vorgesehene Nutzung der ehemaligen Dresdner Bahn lokal strittig war. Die Planungen wurden erst 2019 vollstÀndig genehmigt.cite-ref-db-2019-09-47-0[43]
Der Abschnitt Berliner AuĂenring bis Böhla fĂŒhrt durch ĂŒberwiegend lĂ€ndliche Gebiete. Der Ausbau als Schnellbahn fĂŒhrt in diesem strukturschwachen Gebiet zu wenig eigenem ökonomischen Nutzen. Nach verschiedenen Einzelprojekten seitens der Deutschen Bahn sah man sich auf Landes- und Bundesebene veranlasst, ĂŒber Sonderförderungen der kommunalen Eigenanteile den Stillstand zu ĂŒberwinden.cite-ref-bmvi-2014-03-19-45-1[41] Damit wurde die komplexe und grundlegende Rekonstruktion zwischen 2016 und 2018 möglich. Aufgrund von Bereitstellungsproblemen des notwendigen Zugbeeinflussungssystems ETCS sollte die Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h erst ab Ende 2020 erreicht werden können.cite-ref-48[44] Als Ursache wird ein 2015 von der EU-Kommission verfĂŒgter Versionswechsel auf die Version SRS 3.4.0 der ETCS-Spezifikation angegeben. Nunmehr sollte der Bau von elektronischen Stellwerken und die ETCS-AusrĂŒstung nicht parallel, sondern nacheinander erfolgen.cite-ref-bauprojekte-2015-05-31-49-0[45] Bis Ende 2025 soll der Abschnitt zwischen Berlin SĂŒdkreuz und Blankenfelde mit ETCS ausgerĂŒstet werden, bis voraussichtlich 2028 alle Restabschnitte zwischen Blankenfelde und Abzweig Kottewitz. Offen ist die ETCS-AusrĂŒstung zwischen Kottewitz und Dresden Hauptbahnhof.cite-ref-bt-19-18476-50-0[46]
Der Abschnitt Böhla â Neucoswig vor Dresden ist Teil des Verkehrsprojekts Deutsche Einheit (VDE) Nr. 9 zum Ausbau der Relation LeipzigâDresden und wird auch bezĂŒglich der Kosten darin bilanziert. Die Verbindungskurve WeiĂigâBöhla verknĂŒpft die Bahnstrecke LeipzigâDresden in Böhla mit der Bahnstrecke BerlinâDresden. Damit kann dieser Abschnitt auch vom schnellen Fern- und GĂŒterverkehr aus und in Richtung Leipzig genutzt werden. Der frĂŒhere Regionalverkehr zwischen GroĂenhain und Radebeul ĂŒber Weinböhla wird seit 2002 ĂŒber Priestewitz und Coswig geleitet und so vom schnellen Fernverkehr getrennt.cite-ref-deutschebahn-1993-729-51-0[47] Der historisch zur Berlin-Dresdner Eisenbahn gehörende Streckenteil Dresden-FriedrichstadtâRadebeul-Naundorf ist kein Bestandteil der gegenwĂ€rtigen Ausbauvorhaben, da er ĂŒberwiegend durch den GĂŒterverkehr genutzt wird. DafĂŒr wurde gemeinsam mit dem Projekt VDE 9 im Zusammenhang mit dem Ausbau des Eisenbahnknotens Dresden die Strecke RadebeulâDresden-Neustadt auf den bereits vor 1945 bestehenden viergleisigen Zustand plus 160 km/h Höchstgeschwindigkeit fĂŒr die Fernbahngleise gebracht.cite-ref-52[48]
FĂŒr diese Strecken- und Projektabschnitte wurden jeweils einzeln die MaĂnahmen festgelegt, die als Ausbaustufe 1 eine Streckenhöchstgeschwindigkeit von 160 km/h herstellen und als Ausbaustufe 2 von 200 km/h.
Nach Abschluss aller BaumaĂnahmen der Ausbaustufe 1, einschlieĂlich der Reaktivierung des Streckenabschnitts in Berlin, sollte die Fahrzeit zwischen Berlin SĂŒdkreuz und Dresden-Neustadt bei 74 Minuten liegen. Nach Fertigstellung des Abschnittes BöhlaâRadebeul im Rahmen von VDE 9 soll sich die Fahrzeit um weitere fĂŒnf Minuten verkĂŒrzen,cite-ref-bt-17-2094-44-4[40] was aber wegen des fehlenden Tunnels sĂŒdlich von Böhla im Jahr 2017 nicht abzusehen ist.
Der weitgehende Ausbau der Strecke fĂŒr 200 km/h wird als Ausbaustufe 2 bezeichnet. GemÀà der Neuplanung vom Jahre 2010 wurden im Jahre 2012 die ersten Streckenabschnitte mit dieser GleisqualitĂ€t fertiggestellt, ohne dass diese bisher fahrtechnische Auswirkungen haben (siehe Kapitel Berliner AuĂenring bis Böhla).
Im Rahmen des Programms i2030 untersuchen die LĂ€nder Berlin und Brandenburg u. a. eine VerlĂ€ngerung der S-Bahn um rund fĂŒnf Kilometer bis Rangsdorf mit Stationen in Dahlewitz, Dahlewitz-Rolls-Royce und Rangsdorf. Im April 2020 wurde hierzu die Finanzierungsvereinbarung in Höhe von rund 16 Millionen Euro Landesmitteln fĂŒr die Vor-, Entwurfs- und Genehmigungsplanung unterzeichnet.cite-ref-53[49]
Ausbau
Wiederherstellung der Dresdener Bahn in Berlin
Ăberblick
Seit Ende Mai 2006 verkehren die meisten Fern- und RegionalzĂŒge zur Dresdener Bahn vom Berliner Hauptbahnhof durch den Tiergartentunnel der Nord-SĂŒd-Fernbahn und treffen auf Höhe des Gleisdreiecks auf die alte Trasse der Dresdener bzw. der Anhalter Bahn. Bis zur Wiederherstellung der innerstĂ€dtischen Strecke zwischen dem Bahnhof Berlin SĂŒdkreuz und dem sĂŒdlichen Berliner AuĂenring verkehrten die ZĂŒge ĂŒber einen Umweg ĂŒber die Anhalter Bahn, eine Verbindungskurve bei Genshagener Heide (sogenannte âKramer-Kurveâ) und den Berliner AuĂenring bis zum Abzweig Glasower Damm. Dort gelangten die ZĂŒge beim Streckenkilometer 19,0 kurz vor dem Bahnhof Blankenfelde wieder auf die Dresdener Bahn. Dieser Weg ist 17,7 km lĂ€nger als der direkte Weg ĂŒber die Dresdener Bahn.
Seit Abschluss des Ausbaus schwenken die ZĂŒge in der NĂ€he des S-Bahnhofs Priesterweg von der Nord-SĂŒd-Fernbahn kreuzungsfrei auf die Bahnstrecke BerlinâDresden (Streckenkilometer 5,0) ein.cite-ref-welt-2008-01-10-54-0[50] Am Bahnhof Berlin Buckower Chaussee plant das Land Berlin die Einrichtung eines Regionalverkehrshaltepunkts. Eine konkrete Bestellung erfolgte jedoch bisher nicht, um das Planfeststellungsverfahren nicht zusĂ€tzlich zu verzögern.cite-ref-55[51] Insgesamt wurden unter anderem 14 EisenbahnbrĂŒcken errichtet.
Die Entwurfsgeschwindigkeit auf Berliner Stadtgebiet liegt bei 160 km/h, auĂerhalb bei 200 km/h.cite-ref-db-2025-05-19-56-0[52] Durch den Ausbau des 14,2 kmcite-ref-db-2001-16-57-0[53] langen direkten Abschnitts zwischen dem Bahnhof SĂŒdkreuz und dem sĂŒdlichen AuĂenring (Blankenfelde) verkĂŒrzte sich im Personenfernverkehr die Fahrzeit um etwa zehn Minuten.cite-ref-bt-16-4893-22-3[18] Sie betrĂ€gt zwischen den beiden Hauptbahnhöfen im Fahrplanjahr 2026 99 Minuten Richtung Dresden und 94 Minuten Richtung Berlin (schnellste Verbindung). Im Endzustand wurde 2014 eine Reisezeit zwischen Berlin und Dresden von 75 Minuten fĂŒr möglich gehalten.[veraltet]cite-ref-saz-2014-05-15-58-0[54] Auch fĂŒr die Anbindung des Flughafens Berlin Brandenburg mit Flughafen-Express-ZĂŒgen war der Ausbau wichtig.cite-ref-pnn-2012-02-23-16-59-0[55] Seit Inbetriebnahme der Dresdner Bahn am 14. Dezember 2025 wird der Bahnhof Flughafen BER vom Berliner Hauptbahnhof ĂŒber eine neue Verbindungskurve auf den Berliner AuĂenring per Flughafen-Express in 23 min erreicht.cite-ref-60[56]cite-ref-db-2025-12-11-61-0[57]
Planfeststellungsverfahren
Das erste Planfeststellungsverfahren wurde 1998 eingeleitet;cite-ref-bt-17-11804-64-0[60] das letzte Planfeststellungsverfahren (PFA 3) wurde im August 2019 abgeschlossen.cite-ref-db-2019-09-47-1[43] Als erster sollte der mittlere Abschnitt 2 (Berlin-Lichtenrade) planfestgestellt werden, was sich jedoch aufgrund gerichtlicher Klagen verzögerte (siehe unten).cite-ref-bt-17-2094-44-5[40] Die DB warf im Jahr 2008 dem Berliner Senat vor, das 1997 begonnene Verfahren zur Durchsetzung baulicher VerĂ€nderungen ĂŒber mehrere Jahre verschleppt zu haben.cite-ref-welt-2008-01-10-54-1[50]cite-ref-db-2008-04-10-65-0[61] Ende Juli 2000 kĂŒndigte die Deutsche Bahn an, zur Einsparung von Kosten den Ausbau der Zulaufstrecke in Berlin bis auf weiteres zurĂŒckzustellen.cite-ref-eri-2000-524-66-0[62]
Die geplante Bauzeit nach Abschluss der Planfeststellungsverfahren wurde im Jahre 2009 mit âvier Jahrenâ angegeben.cite-ref-bd-16-11930-67-0[63]
Zwischenzeitlich war der Bau eines zweiten Zugangs zum S-Bahnhof Marienfelde offen, den die DB aufgrund hoher Kosten ablehnte.cite-ref-pnn-2012-02-23-16-59-1[55] Ein weiterer Streitpunkt war ein vom Senat geforderter zweiter Zugang zum Bahnhof Buckower Chaussee.cite-ref-tagesspiegel-2012-07-15-68-0[64]
Das geplante Investitionsvolumen wurde 2009 mit 470 Millionen Euro angegeben.cite-ref-bd-16-11930-67-1[63] Im Investitionsrahmenplan bis 2010 fĂŒr die Verkehrsinfrastruktur des Bundes aus dem Jahr 2006 waren noch Investitionen in Höhe von 430 Millionen Euro fĂŒr die Wiederherstellung des Abschnitts SĂŒdkreuzâBlankenfelde vorgesehen.cite-ref-bmvbs-2007-04-69-0[65] Der Investitionsrahmenplan 2011â2015 wies 417,2 Millionen Euro aus.cite-ref-ba-17-10914-70-0[66]
Der Wiederaufbau war in vier Planfeststellungsabschnitte (PFA) unterteilt:cite-ref-db-2019-09-47-2[43]
âą Der PFA 4 (âSchönebergâ) beginnt an der AusfĂ€delung aus der Anhalter Bahn und reicht bis in Höhe des S-Bahnhofs AttilastraĂe.cite-ref-db-2019-09-47-3[43] Das AusfĂ€delungsbauwerk sowie das Planum in diesem Abschnitt wurden zeitgleich mit dem Wiederaufbau der Anhalter Bahn errichtet.
âą Der PFA 1 (Marienfeldecite-ref-bt-17-11804-64-1[60]) reicht vom Bahnhof SĂŒdkreuz bis zum Haltepunkt Schichauweg.cite-ref-tsp-22042-11-62-1[58] Ende 2012 lag der Bericht des Anhörungsverfahrens vor.cite-ref-bt-17-11804-64-2[60] Nach Bahnangaben mussten die eingereichten PlĂ€ne korrigiert und anschlieĂend voraussichtlich die TrĂ€ger öffentlicher Belange erneut gehört werden.cite-ref-tsp-22042-11-62-2[58] Der Planfeststellungsbeschluss fĂŒr den 6,3 km langen Abschnitt wurde im Mai 2017 erteilt.cite-ref-db-2017-05-30-71-0[67]
âą Der 2,5 kmcite-ref-bz-2015-311-15-72-0[68] lange PFA 2 (Lichtenradecite-ref-bt-17-11804-64-3[60]) fĂŒhrt vom Schichauweg ĂŒber Lichtenrade zur Landesgrenze.cite-ref-tsp-22042-11-62-3[58] Ende 2012 begann die Erarbeitung des Planfeststellungsbeschlusses durch das Eisenbahn-Bundesamt, der im November 2015 vorlag.cite-ref-73[69] In diesem Abschnitt war der Bau eines Tunnels an Stelle einer oberirdischen LinienfĂŒhrung strittig. Mit Urteil vom 29. Juni 2017 wies das Bundesverwaltungsgericht als erste und letzte Instanz alle diesbezĂŒglichen Klagen ab und stellte insbesondere fest, dass das Eisenbahnbundesamt zu Recht die Verlegung der Strecke in einen Tunnel verworfen habe. Diese Lösung, so das Gericht, sei nicht vorzugswĂŒrdig.cite-ref-bverwg-74-0[70]
âą Im PFA 3 (BlankenfeldeâMahlow), der von der Berliner Stadtgrenze bis Blankenburg reicht, legte die Deutsche Bahn im Mai 2013 neue PlĂ€ne vor. Nach Korrekturen im Jahr 2017 wurde der Planfeststellungsbeschluss am 30. August 2019 erteilt.cite-ref-db-2019-09-47-4[43] Errichtet werden zwei elektrifizierte und mit 200 km/h befahrbare Fernbahngleise sowie eine Verbindungskurve zum Flughafen BER. Die parallel verlaufende, weitgehend eingleisige S-Bahn-Strecke wird modernisiert. Am Bahnhof Blankenfelde wird der S-Bahnsteig nach SĂŒden verlegt und als kombinierter Bahnsteig fĂŒr S- und Regionalbahn ausgebildet. FĂŒnf BahnĂŒbergĂ€nge werden durch BrĂŒcken ersetzt sowie LĂ€rmschutzwĂ€nde errichtet.cite-ref-75[71]
Streit um einen Tunnel in Lichtenrade
WĂ€hrend die Deutsche Bahn in Lichtenrade eine Strecke an der OberflĂ€che fĂŒr den Planfeststellungsbeschluss beantragte, forderten Anwohner und der Senat hier eine FĂŒhrung im Tunnel.cite-ref-pnn-2012-02-23-16-59-2[55] Gegen den Verlauf an der OberflĂ€che wurden im Verfahren rund 4000 Einwendungen erhoben.cite-ref-tagesspiegel-2008-01-04-76-0[72] Auch der Berliner Senat unterstĂŒtzte ab 1998 die Lichtenrader Anlieger, zu denen damals auch der spĂ€tere Regierende BĂŒrgermeister Klaus Wowereit gehörte, und unterbrach das gerade begonnene Planfeststellungsverfahren fĂŒr zwei Jahre.cite-ref-bz-2013-03-07-63-1[59] Vor dem Bundesverwaltungsgericht wurden 2008 mehrere entsprechende Klagen von Anwohnern anhĂ€ngig. In Lichtenrade grĂŒndete sich die BĂŒrgerinitiative Berlin-Lichtenrade Dresdner Bahn, die sich fĂŒr eine Tunnellösung einsetzte.cite-ref-welt-2008-01-10-54-2[50] Die Initiative forderte einen Tunnel zwischen der Buckower Chaussee und dem Stadtrand, andere Initiativen wollten einen rund 1,2 km kĂŒrzeren Tunnel, der auf Höhe der Haltestelle Schichauweg beginnt.cite-ref-tsp-21800-14-77-0[73]
Eine im Jahr 2001 durch die Deutsche Bahncite-ref-bt-17-11804-64-4[60] erstellte Machbarkeitsuntersuchung zu verschiedenen Tunnellösungen ergab Mehrkosten von mindestens 254 Millionen Mark (entspricht 2026 rund 201 Millionen Euro), die heute u. a. aufgrund gestiegener Sicherheitsanforderungen noch höher liegen wĂŒrden.cite-ref-ba-17-10914-70-1[66] Laut Angaben der Deutschen Bahn hĂ€tte der Bund eine Tunnellösung nicht finanziert.cite-ref-mopo-2012-04-20-78-0[74] Die Berliner Senatsverwaltung bot an, sich mit 30 Millionen Euro an einer Tunnellösung zu beteiligen. Verschiedene von der Deutschen Bahn entwickelte Tunnelvarianten wurden um 2012 vom Eisenbahn-Bundesamt geprĂŒft.cite-ref-bt-17-11804-64-5[60] Im Mai 2014 kĂŒndigte die Deutsche Bahn an, eine Entscheidung des Eisenbahn-Bundesamtes abzuwarten, ob eine oberirdische Lösung genehmigungsfĂ€hig sei.cite-ref-tsp-22042-11-62-4[58] Die Kosten einer ebenerdigen Trasse wurden 2015 von VerkehrsstaatssekretĂ€r Christian Gaebler mit 128 Millionen Euro beziffert, die eines Tunnels in offener Bauweise mit 223 Millionen Euro, die eines Tunnels mit Schildvortrieb (wie von der BĂŒrgerinitiative gefordert) mit 360 Millionen Euro. Die Inbetriebnahme wĂŒrde sich um acht Jahre, auf 2031, verzögern.cite-ref-bz-2015-311-15-72-1[68] WĂ€hrend die BĂŒrgerinitiative die S-Bahn an der OberflĂ€che lassen wollte, rechnete die DB damit, diese ebenfalls im Tunnel fĂŒhren zu mĂŒssen.cite-ref-tsp-22042-11-62-5[58]
Im August 2015 hatte das Eisenbahn-Bundesamt fĂŒr den von der Deutschen Bahn beantragten oberirdischen Ausbau entschieden.cite-ref-tsp-22491-13-79-0[75] Mit Datum vom 13. November 2015 wurde ein entsprechender Planfeststellungsbeschluss erlassen.cite-ref-bverwg-74-1[70] Gegen den Beschluss wurden Klagen eines anerkannten Umweltverbandes und dreier EigentĂŒmer beim Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) als erster und gleichzeitig letzter Instanz sowie ein Antrag auf vorlĂ€ufigen Rechtsschutz eingereicht. Die Deutsche Bahn strebte einen Sofortvollzug an und kĂŒndigte an, möglichst noch 2017 mit den Bauarbeiten zu beginnen.cite-ref-bz-2016-10-29-80-0[76] Die Hauptverhandlung fand am 14. und 15. Juni 2017 in Leipzig statt,cite-ref-bw-2017-04-28-81-0[77] das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts erging am 29. Juni 2017 und wies die Klagen ab. Insbesondere habe das Eisenbahn-Bundesamt die Verlegung der Strecke in einen Tunnel abwĂ€gungsfehlerfrei verworfen; sie drĂ€nge sich nicht als vorzugswĂŒrdige Lösung auf.cite-ref-bverwg-74-2[70]
Bau
Am 20. September 2017 wurde am Bahnhof Lichtenrade ein interaktiver Infopunkt im ehemaligen Zugabfertigerhaus eröffnet, der ĂŒber das Bauprojekt informiert. Die Bauarbeiten selbst begannen im Oktober 2017 mit vorbereitenden MaĂnahmen, unter anderem BaumfĂ€llungen zwischen Lichtenrade und Stadtgrenze. Ab November 2017 entstand eine temporĂ€re FuĂgĂ€ngerbrĂŒcke am BahnĂŒbergang SĂ€ntisstraĂe.cite-ref-82[78] Der BahnĂŒbergang wurde am 29. MĂ€rz 2018 geschlossen.cite-ref-bvb-2018-05-83-0[79]
Am 3. April 2018 ging das elektronische Stellwerk Marienfelde in Betrieb. Es steuert die zunĂ€chst weiterhin im Gemeinschaftsverkehr von S-Bahn und Fernbahn (GĂŒterverkehr) betriebenen Gleisanlagen. Neben dem neuen Zugbeeinflussungssystem ZBS kommt weiterhin die Punktförmige Zugbeeinflussung (PZB) zum Einsatz. Der Stellbereich erstreckt sich vom Bahnhof AttilastraĂe bis zum Bahnhof Lichtenrade. In diesem Zuge wurde der vormalige Haltepunkt AttilastraĂe zum Bahnhof umgewandelt und die Abzweigstelle Mariendorf (BMD) aufgelassen.cite-ref-bvb-2018-05-83-1[79] Am 2. Dezember 2018 wurde der Stellbereich (inkl. ZBS) bis nach Blankenfelde ausgedehnt, unter Beibehaltung der PZB auf der Gemeinschaftsstrecke bis in den Bahnhof Mahlow.cite-ref-84[80]
Mit dem Einheben des letzten Elements einer Schallschutzwand am BahnĂŒbergang Wolziger Zeile in Berlin-Lichtenrade in Anwesenheit des DB-Vorstandes Infrastruktur, Ronald Pofalla, und des Koordinators TEN-Projekte bei der EuropĂ€ischen Union, Mathieu Grosch, wurde am 5. Februar 2019 symbolisch mit dem Bau der Dresdner Bahn im SĂŒden Berlins begonnen. Die geplanten Gesamtkosten wurden zu Baubeginn mit rund 560 Millionen Euro beziffert.cite-ref-db-2019-02-05-85-0[81] Die Inbetriebnahme des Streckenabschnitts Berlin SĂŒdkreuz bis Blankenfelde im Kreis Teltow-FlĂ€ming war bereits in den spĂ€ten 2010er Jahren fĂŒr den 13. Dezember 2025 geplant.cite-ref-bz-2017-09-21-86-0[82]cite-ref-db-2019-09-13-87-0[83]cite-ref-88[84] Die Abnahmefahrten zwischen SĂŒdkreuz und Blankenfelde erfolgten am 8. bis 10. Dezember 2025 mit bis zu 220 km/h auch im Stadtgebiet von Berlin.cite-ref-89[85] Die feierliche Eröffnungsfahrt erfolgte am 11. Dezember 2025, die kommerzielle Inbetriebnahme zum Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2025.cite-ref-db-2025-12-11-61-1[57]
Berliner AuĂenring bis Böhla
Vorgeschichte des Ausbaus fĂŒr 200 km/h in den 2000er Jahren
Der Streckenausbau zwischen Blankenfelde (bei Berlin) und Böhla (bei Dresden) soll ĂŒber den ganzen Abschnitt in zwei Baustufen erfolgen. Die erste Ausbaustufe beinhaltet MaĂnahmen, die eine Geschwindigkeit von 160 km/h mit Option auf 200 km/h ermöglichen. Es sollen darin Gleise, Weichen und Ingenieurbauwerke erneuert sowie die Leit- und Sicherungstechnik modernisiert werden.cite-ref-bt-16-4893-22-4[18] Nach Abschluss der zweiten Ausbaustufe, in der alle 35 BahnĂŒbergĂ€nge wegfallen, und mit Inbetriebnahme von ETCS werden 200 km/h freigegeben.cite-ref-bt-20-08-2010-90-0[86]cite-ref-bt-16-3570-91-0[87]
Die Vorplanung fĂŒr den Ausbau wurde 2002 aufgenommen.cite-ref-bz-2016-10-29-80-1[76] Nach einem Beschluss des Vermittlungsausschusses zum Subventionsabbau im Dezember 2003 wurden zahlreiche Neu- und AusbaumaĂnahmen an der Verkehrsinfrastruktur, auch die der Bahnstrecke BerlinâDresden, zeitlich gestreckt. Die erste Baustufe wurde deshalb in mehrere Realisierungsstufen aufgeteilt. Im Rahmen der ersten Realisierungsstufe erfolgte bis Ende 2006 der Ausbau nur von Doberlug-Kirchhain bis etwa Hohenleipisch sowie zwischen WĂŒnsdorf und Neuhof auf insgesamt 21 Kilometern LĂ€nge.cite-ref-bt-16-4893-22-5[18] 2005 stoppte die Bundesregierung den Ausbau.cite-ref-bz-2016-10-29-80-2[76] Auch im April 2007 fĂŒhrte die Deutsche Bahn den weiteren Ausbau der Strecke unter den âmittelfristig zurĂŒckgestellten Vorhabenâ.cite-ref-92[88] 2009 wurde die Planung wieder aufgenommen.cite-ref-bz-2016-10-29-80-3[76] Der Ausbau des anschlieĂenden Streckenabschnitts von Doberlug-Kirchhain bis Brenitz und Sonnewalde einschlieĂlich der Signal- und Sicherungstechnik erfolgte dann Ende 2010 bis 2011.
Die zweite Realisierungsstufe umfasst folgende Projektabschnitte:
âą Bf Rangsdorf und Neubau der EisenbahnĂŒberfĂŒhrung Rangsdorf
âą Erneuerung Nordkopf und EisenbahnĂŒberfĂŒhrung Nottekanal im Bf Zossen
âą Bf WĂŒnsdorf einschlieĂlich bis Hp Neuhof ausschlieĂlich und Bahn-km 43,7 bis GolĂen ausschlieĂlich (Abschnitt Bahn-km 43,7 bis Baruth ausschlieĂlich im MĂ€rz 2009 begonnen)
âą Bf Hohenleipisch einschlieĂlich bis Elsterwerda ausschlieĂlich und Kreuzungsbauwerk Elsterwerda-Biehla
âą Bf GroĂenhain Berl Bf ausschlieĂlich bis Bahn-km 29,2 bei Böhla
Von Ende 2011 bis Ende 2012 sollte, als dritter Teil der ersten Ausbaustufe, der Abschnitt zwischen Neuhof und Baruth fĂŒr 200 km/h ausgebaut werden.cite-ref-ted-2011-s-87-141810-93-0[89] Laut Medienberichten von 2010 lieĂ sich nicht absehen, wann die erste Baustufe abgeschlossen sein sollte. FĂŒr die zweite Baustufe gab es mit Stand 2010 noch keine konkrete Zeitplanung.cite-ref-sz-2010-06-18-94-0[90] Der Baubeginn der zweiten Baustufe sollte mit Stand Februar 2009 nicht vor 2015 erfolgen.cite-ref-95[91] Bei den Sanierungsarbeiten der ersten Baustufe werden alle MaĂnahmen fĂŒr eine Streckengeschwindigkeit von 200 km/h ausgefĂŒhrt.cite-ref-96[92]
Am 28. Juli 2010 kĂŒndigte die Deutsche Bahn an, den Ausbau der Strecke neu zu ordnen. Soweit das Baurecht vorliegt, sollte der etwa 80 Streckenkilometer lange Abschnitt WĂŒnsdorf â Hohenleipisch zwischen 2012 und Dezember 2014 â unter abschnittsweisen Vollsperrungen â fĂŒr eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h ausgebaut werden. HierfĂŒr hĂ€tten 21 BahnĂŒbergĂ€nge beseitigt und dieser Abschnitt mit ETCS ausgerĂŒstet werden mĂŒssen. Die Reisezeit zwischen Berlin und Dresden sollte damit auf höchstens anderthalb Stunden reduziert werden.cite-ref-db-2010-07-28-97-0[93]cite-ref-bt-20-08-2010-90-1[86]
Mit Planungsstand 2012 waren die Streckenabschnitte WĂŒnsdorfâNeuhof, UckroâWalddrehna und BrenitzâHohenleipisch fĂŒr 160 km/h mit Option auf 200 km/h ausgebaut.
Nach Planungen vom Oktober 2011 sollte der rund 80 km lange Streckenabschnitt WĂŒnsdorfâElsterwerda 2014 vollgesperrt werden, um sĂ€mtliche BahnĂŒbergĂ€nge niveaufrei umzubauen.cite-ref-98[94]
Im Juni 2012 wurde bekannt, dass nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums die zu diesem Zeitpunkt inoffiziell bis 2016 geplante Fertigstellung gefĂ€hrdet sei. Die Deutsche Bahn nannte keinen Termin fĂŒr den Abschluss des Ausbaus, kĂŒndigte jedoch an, die Planfeststellungsunterlagen fĂŒr die noch nicht planfestgestellten Abschnitte bis Ende 2012 einzureichen.cite-ref-sz-2012-4-6-99-0[95] Die Deutsche Bahn sieht Finanzierungsprobleme auf Seiten der StraĂenbaulasttrĂ€ger fĂŒr die Beseitigung von rund 20 BahnĂŒbergĂ€ngen in Brandenburg.cite-ref-dnn-2012-146-6-100-0[96] Ende 2012 waren fĂŒr zwei BahnĂŒbergĂ€nge Vereinbarungen nach Eisenbahnkreuzungsgesetz geschlossen worden, fĂŒr 14 weitere waren entsprechende Vereinbarungen in Vorbereitung, elf weitere Vereinbarungen sollen bis Ende 2013 genehmigt werden. FĂŒr vier weitere ĂbergĂ€nge stand aufgrund fehlender Mittel eine Kreuzungsvereinbarung noch aus; das Land Brandenburg stellte in Aussicht, den Kommunalanteil mit Entflechtungsmitteln zu fördern.cite-ref-bt-17-11804-64-6[60] Das Land Brandenburg kĂŒndigte im September 2013 an, den nach Eisenbahnkreuzungsgesetz notwendigen Eigenanteil der Gemeinden in weiten Teilen zu ĂŒbernehmen. In Brandenburg sollte der Kommunalanteil zur Beseitigung der 21 BahnĂŒbergĂ€nge in den 16 betroffenen Gemeinden zu 75 % aus Landesmitteln bezahlt werden, finanziell notleidende Kommunen konnten bis zu 90 % erhalten. Das Land Sachsen sicherte eine allgemeine UnterstĂŒtzung zu, ging aber keine konkrete Verpflichtung ein.cite-ref-saz-2013-09-12-101-0[97] Zur Beseitigung eines BahnĂŒbergangs am Bahnhof Dahlewitz wurde im FrĂŒhjahr 2014 das dortige EmpfangsgebĂ€ude abgerissen.cite-ref-102[98]
Weil das Baurecht fehlte, sollte dieser Abschnitt nach dem Planungsstand von Ende 2012 nicht vor 2016 fĂŒr 200 km/h in Betrieb gehen.cite-ref-bt-17-11804-64-7[60] Eine erneute Verzögerung gab die Deutsche Bahn im Juni 2013 bekannt, wonach die ursprĂŒnglich zum Jahresfahrplan 2016 geplante Vollsperrung des Streckenabschnitts WĂŒnsdorfâElsterwerda auf 2017 verschoben wurde.cite-ref-saz-2013-09-12-101-1[97] BegrĂŒndet wurde dies mit weiterhin ausstehenden Kreuzungsvereinbarungen zur Beseitigung der insgesamt 21 BahnĂŒbergĂ€nge im Brandenburger Streckenabschnitt.cite-ref-103[99] Die Inbetriebnahme der ausgebauten Strecke war Mitte 2013 fĂŒr Ende 2017 vorgesehen. Anfang September 2013 wollte die Deutsche Bahn mit dem Eisenbahn-Bundesamt und den Verkehrsministerien von Berlin und Brandenburg beraten, wie sich der Ausbau beschleunigen lasse.cite-ref-saz-2013-07-17-104-0[100] Laut DB-Angaben von Ende 2013 sollten die AusbaumaĂnahmen fĂŒr 160 km/h im Jahr 2017 abgeschlossen werden und die Reisezeit gegenĂŒber 2013 dann um 25 Minuten verkĂŒrzt werden. Der GroĂteil der Arbeiten sollte in Brandenburg laufen, in Sachsen sei lediglich eine Linienverbesserung bei GroĂenhain notwendig.cite-ref-fp-2013-12-18-105-0[101] Zum Fahrplanwechsel 2018 war mit Stand 2015 eine VerkĂŒrzung der Reisezeit zwischen Berlin und Dresden um 20 Minuten, auf dann eine Stunde und 45 Minuten, vorgesehen.cite-ref-db-2015-03-18-106-0[102] Der weitere Ausbau fĂŒr 200 km/h, der mit Stand von 2013 im Jahr 2018 abgeschlossen werden sollte, wĂŒrde weitere fĂŒnf Minuten bringen.cite-ref-fp-2013-12-18-105-1[101]
Nach Angaben von Anfang 2014 sollten bis Ende 2018 80 von 125 Kilometern der Ausbaustrecke mit 200 km/h befahrbar sein. Damit sollte die planmĂ€Ăige Reisezeit zwischen Berlin und Dresden um 20 auf 106 Minuten sinken.cite-ref-bmvi-2014-03-19-45-2[41] Nach DB-Angaben von Mai 2014 sollte ab August 2016 der 125 km lange Streckenabschnitt zwischen dem Berliner AuĂenring und Kottewitz voll gesperrt werden. Unter anderem sollten neun Bahnhöfe umgebaut, 20 BahnĂŒbergĂ€nge beseitigt und die ETCS-StreckenausrĂŒstung eingebaut werden. Die Auftragsvergabe sollte im Mai 2015 beginnen.cite-ref-saz-2014-05-15-58-1[54] Ende November 2014 schrieb die Deutsche Bau die Bauleistungen fĂŒr den Umbau des Abschnittes zwischen Neuhof und Hohenleipisch im Amtsblatt der EuropĂ€ischen Union aus.cite-ref-ted-230-406604-107-0[103] Der ausgebaute Streckenabschnitt zwischen Hohenleipisch und Elsterwerda sollte Ende 2015 fĂŒr eine zulĂ€ssige Geschwindigkeit von 160 km/h in Betrieb genommen werden.cite-ref-db-netzfahrplan-2016-108-0[104]
TatsĂ€chlicher Ausbau fĂŒr 200 km/h seit 2014
Von 2013 bis 2016 wurde der Bahnhof Rangsdorf fĂŒr 40 Millionen Eurocite-ref-saz-2014-05-15-58-2[54] grundlegend umgebaut, von Mitte 2014 bis Juli 2015 der Bahnhof Elsterwerda.cite-ref-ted-108028-2014-109-0[105]cite-ref-110[106] Zwischen Juni 2014 und Juni 2016 wurde fĂŒr den Bereich Elsterwerda und Hohenleipisch ein Elektronisches Stellwerk errichtetcite-ref-ted-2014-s-049-082434-111-0[107] sowie bis Ende 2016 auch der sechs Kilometer lange Streckenabschnitt erneuertcite-ref-ted-89163-2014-112-0[108].
Am 30. Mai 2016 wurde in Baruth der symbolische Baubeginn (1. Baustufe) am Streckenabschnitt Baruth (Mark)âHohenleipisch unter Anwesenheit von DB-Chef RĂŒdiger Grube, StaatssekretĂ€r Norbert Barthle und Brandenburgs Verkehrsministerin Kathrin Schneider begangen.cite-ref-db-2016-06-16-113-0[109] Der 73 km lange Abschnitt zwischen WĂŒnsdorf-Waldstadt und Elsterwerda wurde im Zuge einer vom 5. August 2016 bis zum 9. Dezember 2017 dauernden Vollsperrung ausgebaut. Neben der Erneuerung von Gleisen, Bahnsteigen und Bahntechnik wurden dabei 18 BahnĂŒbergĂ€nge kreuzungsfrei ersetzt. Nach Ende des Ausbaus soll eine Reisezeit von 107 Minuten realisiert werden.
Um die Strecke fĂŒr Bauvorhaben voll sperren zu können, wurden insbesondere die FernreisezĂŒge ĂŒber die teils eingleisige Bahnstrecke JĂŒterbogâRöderau und die Bahnstrecke BerlinâHalle umgeleitet. Die Fahrzeit verlĂ€ngerte sich dabei durch die Schnellfahrabschnitte zwischen JĂŒterbog und Berlin SĂŒdkreuz trotz des lĂ€ngeren Weges nicht. AuĂerdem wurden ZĂŒge selten auch ĂŒber Leipzig (ohne Halt) umgeleitet.
Mit Inbetriebnahme von ETCS sollte eine weitere VerkĂŒrzung der Reisezeit stattfinden.cite-ref-db-2016-07-29-116-0[112] Seit dem 4. Dezember 2020cite-ref-db-2019-09-19-117-0[113] ist der Streckenabschnitt Neuhof (b Zossen) â RĂŒckersdorf (Niederl) mit 200 km/h befahrbar. Da jedoch noch nicht genĂŒgend Fahrzeuge mit ETCS-AusrĂŒstung zur VerfĂŒgung standen, konnte anfangs eine weitere FahrzeitverkĂŒrzung nicht erreicht werden.
Nach Fertigstellung aller BaumaĂnahmen sollte die Fahrzeit Stand 2009 von Berlin nach Dresden auf 69 Minuten sinkencite-ref-bt-17-444-118-0[114] und die Strecke zwischen Blankenfeldecite-ref-db-2015-08-28-119-0[115] und wenige Kilometer vor Dresdencite-ref-db-2015-08-28-119-1[115] mit 200 km/h befahrbar sein.
Von 2020 bis 2022 wurde der Bahnhof WĂŒnsdorf-Waldstadt umgebaut.cite-ref-120[116] Seit Januar 2023 wird der Bahnhof Zossen umgebaut; der Abschluss der Arbeiten ist, nach Verzögerungen im Planfeststellungsverfahren fĂŒr den Bau einer StraĂenbrĂŒcke, fĂŒr das Jahr 2027 geplant.cite-ref-121[117]cite-ref-122[118] Bis 2028 ist die 2. Baustufe, mit den Abschnitten Blankenfelde (ausschlieĂlich) â WĂŒnsdorf-Waldstadt (ausschlieĂlich), dem Bahnhof Doberlug-Kirchhain und Elsterwerda â GroĂenhain Berliner Bahnhof vorgesehen.cite-ref-bt-19-18476-50-1[46]
Ab Mitte der 2020er Jahre war Stand 2016 eine Reisezeit von 80 Minuten geplant.cite-ref-bz-2016-10-29-80-4[76] Mit dem Bau des Kockelsbergtunnels wurde 2020 eine Fahrzeit von 78 Minuten fĂŒr möglich gehalten.cite-ref-bt-19-18476-50-2[46] Ausgenommen waren aus wirtschaftlichen ErwĂ€gungen der Gehrener Bogen (160 km/h) und der Abschnitt HohenleipischâElsterwerda (160 km/h). Im Nationalen Umsetzungsplan ETCS des Eisenbahn-Bundesamts wird die Strecke nicht gefĂŒhrt, sodass auch nach 2023 keine priorisierte Erhöhung der Höchstgeschwindigkeit durch ETCS Level 2 angemeldet wurde.cite-ref-eba-2017-12-11-123-0[119] Der Bereich Doberlug-Kirchhain (140 km/h) soll zu einem spĂ€teren Zeitpunkt, nach dem Ersatz einer BrĂŒcke, ebenfalls mit 200 km/h befahrbar sein.
Das Land Sachsen meldete 2013 den Ausbau BerlinâDresden und einen daran anschlieĂenden Neubau Richtung Prag fĂŒr den Bundesverkehrswegeplan 2030 an.cite-ref-lvz-2013-09-04-6-124-0[120]
Böhla bis Dresden
Im Rahmen der der Ausbaustrecke LeipzigâDresden zugeordneten Abschnitte begannen 2008 erste Bauarbeiten an der Verbindungskurve WeiĂigâBöhla. Diese ist höhenfrei in die Trasse BerlinâDresden eingebunden und ging im Dezember 2010 in Betrieb.cite-ref-db-2010-12-03-125-0[121]
Die weiteren Ausbauabschnitte BöhlaâWeinböhla und Bahnhof Weinböhlacite-ref-verkehrsinvestitionsbericht2010-126-0[122] sollten ursprĂŒnglich bis 2016 fertiggestellt werden, wurden aber Stand 2022 nicht begonnen.cite-ref-hdb-2012-11-127-0[123] Ein Bestandteil davon ist der bereits seit den 1990er Jahren erwogene Kockelsbergtunnel, der seit 2020 Planungsbestandteil ist. Zum Fahrplanwechsel am 15. Dezember 2002 wurde der Bahnhof Weinböhla an der Strecke nach Berlin geschlossen und ein gleichnamiger Haltepunkt an der Strecke nach Leipzig eröffnet.cite-ref-128[124] Der Abschnitt KottewitzâWeinböhla soll nach erfolgreicher Begradigung und Tunnelbau (Stand Mai 2025) in den frĂŒhen 2040er-Jahren eröffnet werden.cite-ref-129[125]
Im Rahmen des Konjunkturpaketes I wurden die Abschnitte WeinböhlaâNeucoswig und NeucoswigâRadebeul West im Jahr 2010 modernisiert. Deshalb war die Strecke zwischen Neucoswig und GroĂenhain ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2009 fĂŒr ein Jahr gesperrt.cite-ref-db-2010-12-03-125-1[121] Der sechs Kilometer lange Abschnitt zwischen Neucoswig und Weinböhla wurde dabei grunderneuert.cite-ref-db-2010-12-03-125-2[121] Im Bereich des Kreuzungsbauwerkes des ehemaligen Stellwerkes Az bis in den Bereich des Haltepunktes Radebeul-Zitzschewig wurden zwischen Anfang 2018 und Mitte 2020 BrĂŒcken ersetzt und Bögen ĂŒberhöht.cite-ref-130[126]cite-ref-db-2020-04-27-131-0[127]
Streckenbeschreibung
Verlauf
Die vergleichsweise flache Topografie machte nur wenige Ingenieurbauten nötig, und die Strecke weist eine geringe Neigung auf. Sie verlĂ€uft vom Bahnhof Berlin SĂŒdkreuz in sĂŒdlicher Richtung zunĂ€chst durch das Stadtgebiet von Berlin, das hinter Lichtenrade verlassen wird. Nach dem S-Bahn-Bahnhof Mahlow wird der Berliner AuĂenring ĂŒberquert, wĂ€hrend die Strecke weiter Richtung SĂŒden verlĂ€uft. In Blankenfelde endet die Berliner S-Bahn; von hier an werden die Ferngleise Richtung SĂŒden genutzt. Nach dem Haltepunkt Dahlewitz wird die Bundesautobahn 10, der Berliner Ring, gekreuzt, und die Randgebiete Berlins werden bei Rangsdorf verlassen. Nach Zossen, wo die mittlerweile stillgelegte Strecke Richtung JĂŒterbog abzweigt, ĂŒberfĂ€hrt die Eisenbahn den Nottekanal. Die Strecke verlĂ€uft durch das Gebiet der WĂŒnsdorfer Seen und durch ausgedehnte Waldlandschaften. Der Bahnhof von Baruth liegt am Ăbergang des FlĂ€mings zum Baruther Urstromtal. Bei GolĂen wird die Niederlausitz erreicht. Bei Uckro kreuzt die Strecke die Niederlausitzer Eisenbahn und fĂŒhrt durch zwei Kurven aufwĂ€rts durch die Gehrener Berge, bevor die Fahrt durch die WĂ€lder der Niederlausitz zum Turmbahnhof Doberlug-Kirchhain weitergeht. Hier wird die Bahnstrecke HalleâCottbus ĂŒberquert. Von dort fĂŒhrt sie an den Naherholungsseen Bad Erna und von RĂŒckersdorf vorbei durch waldreiches Gebiet in Richtung Bahnhof Hohenleipisch, gelegen in einer Kurve, und weiter nach Elsterwerda.
Die Industriestadt Elsterwerda, die gleichzeitig ein mittlerer Eisenbahnknoten ist, liegt in einer Niederung der Schwarzen Elster. Von dem trotz seiner Bedeutung eher kleinen Bahnhof zweigen zahlreiche Strecken ab (Richtung Hoyerswerda, Riesa und nach Falkenberg). Kurz nach dem Bahnhof werden zwei FlĂŒsse, die Schwarze Elster und die Pulsnitz, gekreuzt. Das ist gleichzeitig der Ăbergang in die Landschaft der GroĂenhainer Pflege. Im Stadtgebiet von GroĂenhain wird die Bahn nach Priestewitz bzw. nach Cottbus gekreuzt. Die nördlich von Böhla einmĂŒndende Verbindungskurve WeiĂigâBöhla bindet den schnellen Fernverkehr von der Bahnstrecke LeipzigâDresden ein. Nach Böhla erreicht die Strecke den nördlichen Rand des Elbtalkessels und fĂ€llt relativ kurvenreich zum ehemaligen Bahnhof Weinböhla ab. Ab Böhla verlaufen die beiden Bahnstrecken LeipzigâDresden und BerlinâDresden fast parallel und teilweise auf Sichtweite bis Dresden, wobei sich beide Strecken westlich von Radebeul kreuzen. Zweigleisige Verbindungskurven verknĂŒpfen hier die Strecken miteinander und ermöglichen den Ăbergang von Berlin Richtung Dresden-Neustadt und von Leipzig in Richtung Dresden-Friedrichstadt sowie jeweils in der Gegenrichtung.
Die Elbe wird bei Niederwartha ĂŒber eine lange StahlbrĂŒcke gequert, bevor es linkselbisch am Pumpspeicherwerk vorbei bis zum Bahnhof Dresden-Friedrichstadt weitergeht. Im Bahnhof Dresden-Friedrichstadt hat die Strecke BerlinâDresden ihren nominalen Streckenendpunkt. Zwei Verbindungskurven schaffen den Anschluss an die Strecke DÄÄĂnâDresden-Neustadt und ermöglichen Zugfahrten einerseits in Richtung Dresden-Neustadt, andererseits in Richtung Dresden Hbf und Dresden-Plauen.
Betriebsstellen
Bahnhof Brenitz-Sonnewalde
Der Bahnhof Brenitz-Sonnewalde liegt bei Kilometer 93,7 in der Ortslage Brenitz und etwa fĂŒnf Kilometer westlich der Stadt Sonnewalde im sĂŒdbrandenburgischen Landkreis Elbe-Elster. Seit 1996 halten dort keine ReisezĂŒge mehr. Bis 2016 war ein Gleisbildstellwerk der Bauform GS II DR vorhanden.cite-ref-132[128]
Zugbetrieb
Zwischen GroĂenhain Berliner Bahnhof und Radebeul-Naundorf verkehrt der Regionalverkehr nicht auf der Bahnstrecke BerlinâDresden, sondern auf der nahezu parallel laufenden Bahnstrecke GroĂenhainâPriestewitz und der Strecke aus Leipzig (Bahnstrecke LeipzigâDresden).
Folgende Tabelle zeigt die Linien des Fern- und Regionalverkehrs, die ĂŒber die Strecke BerlinâDresden verkehren (Stand 2023):
| Linie | Zuglauf | StreckenÂabschnitt | Takt (min) |
|---|---|---|---|
| IC 17 | ( WarnemĂŒnde â) Rostock Hbf â Waren (MĂŒritz) â Neustrelitz â Oranienburg â Berlin-Gesundbrunnen â Berlin Hbf â Berlin SĂŒdkreuz â Flughafen Berlin-Brandenburg â Doberlug-Kirchhain â Elsterwerda â Dresden-Neustadt â Dresden Hbf (â Freiberg (Sachs) â Chemnitz Hbf (2 Zugpaare)) | Blankenfelde âDresden | 120 |
| (IC /) EC 27 | ( Hamburg-Altona / Westerland â Hamburg Hbf â) Berlin Hbf â Dresden Hbf â ( Praha hl.n. (â Bratislava â Budapest )) | Blankenfeldeâ Neucoswig | 120 |
| RJ 258 / 259 | Berlin Hbf â Dresden Hbf â Decin hl.n. â Praha hl.n. â Brno hl.n. â Wien Hbf â Graz Hbf | | 1Ă / Tag |
| RE 8 | Berlin Hbf â Berlin SĂŒdkreuz â WĂŒnsdorf-Waldstadt â Elsterwerda / Finsterwalde | BlankenfeldeâElsterwerda | 120 (60) |
| RB 24 | (Berlin Hbf â Berlin Ostkreuz â) Flughafen Berlin-Brandenburg â WĂŒnsdorf-Waldstadt | BlankenfeldeâWĂŒnsdorf-Waldstadt | 60 |
| RB 31 | Bahnhof Elsterwerda-Biehla â Elsterwerda â GroĂenhain Cottb Bf â Dresden Hbf | ElsterwerdaâGroĂenhain | 120 |
| RB 31 | Bahnhof Elsterwerda-Biehla â Elsterwerda â GroĂenhain Cottb Bf â Dresden Hbf | Radebeul-NaundorfâDresden | 60 |
| S2 | Bernau (b. Berlin) â Berlin FriedrichstraĂe â Blankenfelde | Berlin-SĂŒdkreuzâBlankenfelde | 20 (10) |
Daneben nutzen einzelne weitere ZĂŒge die Strecke. Dies sind zum Teil SonderzĂŒge.
Die IC/EC-ZĂŒge fahren wie die RE-ZĂŒge Berlin-SĂŒdkreuz und somit den Tiergartentunnel bis Berlin Hbf an.
Des Weiteren benutzten im Zuge der Streckensanierung BerlinâCottbus zwischen Königs-Wusterhausen und LĂŒbbenau/Spreewald auch die RegionalExpress-ZĂŒge der Linie RE 2, das IC-Zugpaar Norddeich Mole/Emden AuĂenhafenâHannoverâBerlinâCottbus und das EC-Zugpaar Hamburg-Altona â Berlin â Cottbus â KrakĂłw GlĂłwny die Strecke zwischen Blankenfelde und dem Abzweig Doberlug - Kirchhain Nord. Dabei fuhren die RE-2-ZĂŒge zwischen Berlin-SĂŒdkreuz und Calau (Niederlausitz) durch und hielten an keinem Bahnhof auf der Dresdener Bahn.
Seit Dezember 2019 wird eine neue IC-Linie DresdenâBerlinâRostock ĂŒber die Strecke angeboten. ZunĂ€chst verkehren zehn ZĂŒge pro Tag, die ab Mai 2020 auch den Flughafen Schönefeld bedienen. Seit November 2020 schlieĂlich wird der Bahnhof Flughafen BER direkt mit regelmĂ€Ăigen Halten angebunden. Das Angebot soll auf 16 ZĂŒge pro Tag ausgedehnt werden.cite-ref-db-2019-10-10-133-0[129]
Betrieb unter ETCS
Im Dezember 2020 wurde zwischen Neuhof (b Zossen) und RĂŒckersdorf (Niederl) ein erster Abschnitt der Strecke mit ETCS in Betrieb genommen. Im Fernverkehr (Railjet, Intercity und Eurocity und GĂŒterverkehr) blieb diese AusrĂŒstung lĂ€ngere Zeit ungenutzt. Es kommen mehrere Ursachen in Frage:
âą Triebfahrzeuge ohne ETCS-AusrĂŒstung nach Baseline 3
âą FahrzeugfĂŒhrer ohne Qualifikation
âą kein fahrplanmĂ€Ăiger Zwang fĂŒr vmax > 160 km/h
âą Vorhandensein der DoppelausrĂŒstung mit PZB und Vermeidung der LokaufrĂŒstung mit ETCS
Gleiches trifft fĂŒr den Regionalverkehr bis heute zu.
Die eigentlich fĂŒr die Nutzung in Frage kommenden Intercity-2-ZĂŒge (Stadler KISS) waren mit der Ăbernahme nur mit Ă€lteren FahrzeuggerĂ€ten nach Baseline 2 nach österreichischem Standard ausgestattet. Man verweigerte ihnen in DE sogar den Betrieb mit LZB. Mit den modernisierten ZĂŒgen begann man deshalb ab 2021 mit Probefahrten. Hintergrund ist eine notwendige ESC-Freigabe fĂŒr jeden ETCS-Streckentyp.cite-ref-134[130] Dieser Streckenabschnitt hat die in Deutschland einmalige Version âBL3 mit Siemens-Alt-ETCSâ und muss deshalb getrennt fĂŒr jede Fahrzeugversion freigegeben werden.cite-ref-bt-2020-11-18-135-0[131] Nach der Zulassung konnten die KISS-TriebzĂŒge im Abschnitt HohenleipischâBaruth mit ETCS und bis zu 200 km/h fahren.cite-ref-eri-2021-438-136-0[132]
Als weitere mögliche ETCS-Nutzer kommen die EC-ZĂŒge von und nach Prag in Frage. Diese wurden aber bis 2024 ĂŒberwiegend mit von der ĂBB gemieteten Siemens Taurus bespannt. Diese Fahrzeuge waren ebenfalls nur mit ETCS-FahrzeuggerĂ€ten nach Baseline 2 ausgerĂŒstet und konnten deshalb das ETCS nicht nutzen. Erst mit den neu beschafften Lokomotiven der Reihe 193 oder modernisierten ES64U4 ist die Nutzung technisch möglich. Im Jahr 2025 wurden aber alle diese EC-ZĂŒge auf ComfortJet umgestellt. Dort fehlt bisher (2025) die generelle Zulassung der Steuerwagen als fĂŒhrendes Fahrzeug und damit zumindest als fĂŒhrendes Fahrzeug die Möglichkeit der ETCS-Nutzung.cite-ref-bt-2020-11-18-135-1[131]
Als Ersatz fĂŒr die an die ĂBB verkauften KISS-ZĂŒge sollen die IC2 zwischen Dresden und Rostock verkehren. Diese ZĂŒge besitzen sowohl in den Lokomotiven der Baureihen 146 und 147 als auch in den Steuerwagen passende ETCS-FahrzeugausrĂŒstungen und können mit entsprechender Softwareversion auch auf dieser bisherigen Strecke unter ETCS Level 2 in der Betriebsart Full Supervision (FS) verkehren.
Im GĂŒterverkehr dominiert der Seehafen-Hinterlandverkehr mit Tschechien. Dabei kommen ĂŒberwiegend moderne oder modernisierte Fahrzeuge von Siemens und Alstom/Bombardier zum Einsatz, die wegen des tschechischen ETCS-Bedarfs bereits mit Baseline 3 ausgerĂŒstet sind.
Mit der bevorstehenden Inbetriebnahme der Dresdner Bahn in Berlin zum Fahrplanwechsel 2025 erfolgt auch dort die Vorbereitung der ETCS-Streckeneinrichtungen mit paralleler PZB-AusrĂŒstung und Lichtsignalen.cite-ref-137[133] Die ETCS-Inbetriebnahme der Dresdner Bahn soll aber erst 2029 zusammen mit der Inbetriebnahme der Ausbaustrecke sĂŒdlich von Blankenfelde erfolgen (Stand 2025). Langfristig soll die gesamte Strecke mit ETCS ausgerĂŒstet und dann auch auf groĂen Abschnitten mit 200 km/h befahrbar werden.
Fahrzeugeinsatz
Nach dem Ersten Weltkrieg setzte das Bw Berlin-Anhalter Bahnhof weiterhin PreuĂische S 10.1 (BR 17.10-12) ein, auĂerdem ab 1924/1925 P 10 (DR-Baureihe 39) und ab 1928 die ersten Einheitslokomotiven der Baureihe 01. Das Bw Dresden-Altstadt bespannte ab 1917/18 die ZĂŒge verstĂ€rkt mit Lokomotiven der sĂ€chsischen Gattungen XII HV (Baureihe 17.7) und XVIII H (18.0). Im Ausnahmefall kam auch Lokomotiven der Gattung XX HV (19.0) zum Einsatz. Der Henschel-Wegmann-Zug schlieĂlich wurde â von Ausnahmen abgesehen â mit der 61 001 gezogen.cite-ref-dresdens-eisenbahn-seite-169-7-2[7]
Nach dem Zweiten Weltkrieg prĂ€gten die Lokomotiven der Baureihe 18.0 den Verkehr auf der Strecke bis zu ihrer Abstellung 1961/1962,cite-ref-dresdens-eisenbahn-seite-169-7-3[7] zeitweilig unterstĂŒtzt von den Kohlenstaubexoten 03 1087, 07 1001 sowie 08 1001 und spĂ€ter einigen 03.10. AnschlieĂend ĂŒbernahmen Lokomotiven der Baureihe 03.cite-ref-dresdens-eisenbahn-seite-197-138-0[134] Da die internationalen ZĂŒge immer schwerer wurden, mussten schlieĂlich ab 1967 wieder Lokomotiven der Baureihe 01 eingesetzt werden.cite-ref-dresdens-eisenbahn-seite-203-139-0[135] In Berlin stationierte Diesellokomotiven der Baureihe 132 ĂŒbernahmen 1977 schrittweise die letzten Leistungen der 01 und am 24. September kam es letztmals zum Schnellzugeinsatz von Dresdner Dampflokomotiven auf dieser Strecke.cite-ref-dresdens-eisenbahn-seite-206-140-0[136] Daneben hatten schon seit den 1960er Jahren auch in Dresden beheimatete Lokomotiven der Baureihe 118 Teile des hochwertigen Reisezugdienstes nach Berlin ĂŒbernommen.
Die Garnituren der Schnelltriebwagenverbindung Vindobona wurden wechselseitig von den beteiligten Bahnverwaltungen DR, ÄSD und ĂBB gestellt. Die Deutsche Reichsbahn setzte anfangs Einheiten der Baureihen VT 12.14 und SVT 137 ein, bis diese Anfang 1965 von SVT 18.16 der Bauart Görlitz abgelöst wurden. Im Mai 1979 endete der Schnelltriebwageneinsatz und unter demselben Namen verkehrten lokbespannte ZĂŒge.cite-ref-dresdens-eisenbahn-seite-172f-14-1[11]
Erst ab 1985 konnte durchgehend elektrisch gefahren werden.cite-ref-dresdens-eisenbahn-seite-172f-14-2[11] Vorher wurden die ZĂŒge zur Einsparung von Dieseltreibstoff, dem Elektrifizierungsfortschritt folgend, auf geeigneten Bahnhöfen wie Elsterwerda und Brenitz-Sonnewalde umgespannt. Als erste Strecke in den neuen BundeslĂ€ndern war die Strecke ab 1992 mit 160 km/h befahrbar.cite-ref-db-2006-55-36-1[32] Dabei wurden Lokomotiven der Baureihe 112 im Fernverkehr eingesetzt, die fĂŒr diese Geschwindigkeit ausgelegt sind.cite-ref-dresdens-eisenbahn-seite-172f-14-3[11] Schon vorher wurden insbesondere die von und nach Prag durchlaufenden ZĂŒge mit den Zweisystemlokomotiven der Reihe 180 und den praktisch baugleichen der ÄSD-Reihe 372 bespannt. Heute werden Lokomotiven der Baureihen 193 und TriebzĂŒge Stadler KISS im Fern- sowie Lokomotiven der Baureihe 143 und Triebwagen bzw. -zĂŒge der Baureihen 445/446 und 442 (Talent 2) im Regional- bzw. 481 im S-Bahn-Verkehr Berlin eingesetzt.
Literatur
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âą Kurt KaiĂ, Matthias Hengst: Dresdens Eisenbahn. 1894â1994. Alba Publikation, DĂŒsseldorf 1994, ISBN 3-87094-350-5.
Weblinks
Commons
: Bahnstrecke BerlinâDresden
â Sammlung von Bildern
⹠Streckenverlauf, Betriebsstellen und zulÀssige Geschwindigkeiten auf der OpenRailwayMap
âą Streckenprospekt Ausbaustrecke WĂŒnsdorf â Elsterwerda
âą Informationsseite der Deutschen Bahn zum Ausbauprojekt BerlinâDresden
âą Informationsseite der Deutschen Bahn zum Korridor BerlinâDresden
âą Bahnstrecken im Land Brandenburg: Berlin-Dresdner Eisenbahn
âą BĂŒrgerinitiative Berlin-Lichtenrade Dresdner Bahn e. V. BĂŒrgerinitiative fĂŒr eine Tunnellösung beim Wiederaufbau der Dresdner Bahn auf Berliner Stadtgebiet
âą Informationen und Bilder zum Streckenausbau in Berlin auf baustellen-doku.info
âą Berlins neueste Bahntrasse; Der lange Anfahrtsweg der "Dresdner Bahn" (Memento vom 18. August 2025 im Internet Archive)
Einzelnachweise
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